Runenkunde

(Anmerkung des Autors:)

Um die Thematik um die Runen besser zu verstehen empfehle ich die Edda (alt und neu) vorher zu lesen. (Siehe „Wegweiser“ – Atlantis, Edda und Bibel)

Wir kennen viele germanische Runenschriften, von denen die ältesten um 200 nach der Zeitwende entstanden sein sollen; doch ist diese Zahl unsicher. Umstritten ist die Frage nach Alter und Herkunft der Runen. Dass man diese auch als Buchstaben, für Inschriften und Mitteilungen, benutzten kann, haben die Germanen wohl von einem ihrer Nachbarvölker, den Griechen, Römern oder Kelten, gelernt. Für Zauber und Weissagung, aber kann man Runen schon viel gebraucht haben; Ähnlichkeit mit den Schriftarten anderer Völker könne teils auf Urverwandtschaft, teils auch darauf beruhen, dass man bei der späteren Verwendung als Schriftzeichen einzelne Runen nach fremden Vorbild umformte oder neu einfügte.
Die Edda erzählt uns nur, woher die Runen stammen und wie man mit ihnen zaubern oder die Zukunft erfragen kann. Leider sind es nur Bruchstücke, die an verschiedenen stellen der Eddasammlung verstreut sind. (Ob diese hier richtig geordnet sind, bleibt ungewiss.)
Magisch entrückt verkündet uns der Runenmeister im ersten Stück seine geheime Weisheit. Am Urdbrunnen sitzt er, dem einst die Nornen entstiegen sind, die die Zukunft und das Menschenlos bestimmen. Was er uns lehrt, hat er vor Hars, des Hohen, Odins, Halle aus dem Munde des höchsten Gottes selbst vernommen. In Odins Runenkunde hören wir, wie Odin in seiner Jugend einmal erduldet hat, was später die Odinsopfer erlitten, indem er gehenkt und gespießt wurde, wie er dabei die Runen gefunden hat und wie er dann von seinem Mutterbruder, wohl dem weisen Riesen Mimir, tiefer in diese Weisheit eingeführt worden ist und einen Trunk getan hat von dem Zaubermet Odrörir (Geisterreger), den später die Skalden zum Dichtermet machten. Dass man die Runen schon sehr früh von den Göttern und überweltlichen Mächten herleitete, lehrt uns ein schwedischer Runenstein aus dem 6. Jahrhundert, dessen Inschrift beginnt: „Runen färb ich, raterentsprossne“. Von der Deutung der Runen, die uns das zweite Gesätz von A verheißt, erfahren wir leider nichts; dieser Teil des Liedes ist verloren.
Auch das dritte Stück enthält Lehren eines Runenmeisters, die in dunklen Worten beginnen. Heiddraupnir und Hoddrofnir sind wohl Namen Mimirs. Zauberherr, Raterfürst und Thund sind Bezeichnungen Odins. Wir erfahren, dass der Zaubermet seine Kraft dadurch erhalten hat, dass man Runen hineinmischte. Menschen und Außerirdischen ist von dem Met und damit von der Kraft dieser Runen zuteil geworden. Die Schlusszeile von A warnt vor unzeitigen Reden beim Runenzauber. Das vierte Stück belehrt uns, dass alle Dinge in und außerhalb der Menschenwelt ihre Runen haben, an die ihre besonderen Kräfte gebunden sind. Wer diese Runen kennt, dem ist die Macht aller Dinge dienstbar.
Das fünfte Stück zählt Kraft und Verwendung einer Reihe von Runen auf. Dass es nicht vollständig ist, zeigt das Schlussgesätz, das noch weitere Arten nennt.
Der nächste kleine Splitter sagt uns, dass man durch Runen einen Toten zum Reden bringen kann, der beim großen Opferfest mit allerhand Getier gehenkt ist, mag er auch schon lange im Winde pendeln und mumienhaft ausgetrocknet oder hart gefroren sein.
Das letzte Gesätz gehört zu den spärlichen Resten, die uns von heidnischer Kultdichtung gerettet sind. Die Zukunft zu erfragen, ritzt man hier Runen, verbunden mit einem Tieropfer, wohl um die Gottheit gnädig zu stimmen. Indem man die Runen färbt, besonders mit Blut, steigert man ihre Kraft. Man darf sich dieser Gesätze von einem Priester gesprochen denken, der die Kulthandlung leitet, zu einem Gehilfen oder zu den Teilnehmern an der Feier. Die Form, ein starrer Kurzzeilengleichlauf, ist hochaltertümlich.

A. Die Entstehung der Runen

1
Zeit ist’s zu raunen
auf dem Rednerstuhl
an dem Urborn Urds.
Ich schaute und schwieg,
ich schaute und sann,
lauschte auf der Männer Mund:

2
Von Runen hört ich reden –
sie verrieten die Deutung
vor der Halle Hars;
in der Halle Hars
hört ich sagen so:

3
Runen sollst du finden
und rätliche Stäbe,
gar stolze Stäbe,
gar starke Stäbe,
die gerötet der Redherr
und gewirket Weltmächte
und geritzt der Raterfürst.

4
Dann zeigt sich’s recht,
wenn du nach Runen fragst,
den Raterentsprossnen,
wie sie wirkten Waltmächte,
und sie zog der Zauberherr:
wer Verstand hat, bleibt stumm.

B. Odins Runenerwerbung

1
„Ich weiß, dass ich hing
am windigen Baum
neun Nächte lang,
mit dem Ger verwundet,
geweiht dem Odin,
ich selbst mir selbst,
an jenem Baum,
da jedem fremd,
aus welcher Wurzel er wächst.

2
Sie spendeten mir
nicht Speise noch Trank;
nieder neigte ich mich,
nahm auf die Runen,
nahm sie rufend auf;
nieder dann neigt ich mich.

3
Neun Hauptlieder
lernt ich vom hehren Bruder
der Bestla, dem Bölthornsohn;
von Odrörir,
dem edelsten Met,
tat ich einen Trunk.

4
Zu wachsen begann ich
und wohl zu gedeihn,
weise ward ich da;
Wort mich von Wort
zu Wort führte,
Werk mich von Werk
zu Werk führte.

5
Nun sind Hars Reden
in seiner Halle gesagt,
gar rätlich Reckensöhnen,
nicht rätlich Riesensöhnen.
Heil, der sie wies!
Heil, der sie weiß!
Er wahre sie wohl!
Heil, die sie hörten!“

C. Die Ausbreitung der Runen

1
Sie schuf er,
sie schnitt er,
sie ersann Siegvater,
durch den Trank,
der getropft war
aus Heiddraupnirs Haupt
und aus Hoddrofnirs Horn.

2
Sie wirkt er,
sie webt er,
sie alle setzt zusammen er
auf dem Thing,
da die Degen ziehn
zu gerechtem Gericht.

3
Auf dem Berg stand er
mit Brimirs Schneiden,
trug auf dem Haupt den Helm;
da sprach Mimirs Mund
wahres Weisheitswort
und redete Runenkunde:

4
„Runen sollst du lernen
und rätliche Stäbe,
Stäbe gar stark,
Zeichen voll Zauberkraft,
wie sie zog der Zauberherr,
wie sie wirkten Weihgötter,
wie sie ritzte der Raterfürst.

5
Dain bei den Alben,
Dwalin bei den Zwergen,
Odin im Asenreich,
Alswinn im Jötenreich;
auch ich ritzte einige.

6
So ritzte Thund
vor der Tage Beginn;
dort erhob er sich,
von wo heim er kam.

7
Abgeschabt waren alle,
die eingeritzt waren,
und in den mächtigen Met gemischt,
und weiten weg gesandt;
die sind bei den Asen,
die bei weisen Wanen,
die in der Menschen Macht.“

D. Wo Runen stehen

Auf den Schild sind sie geritzt,
der steht vor der schimmernden Göttin,
auf Arwakers Ohr
und auf Alswinns Huf,
auf das Rad, das sich dreht
unter des Donnerers Wagen,
auf Sleipnirs Zähne
und die Zunge Bragis,
auf des Schlittens Kufen
und den Schnabel des Adlers,
auf des Bären Pranke
und die Pfote des Wolfs,
auf blutige Schwinge
und der Brücke Stoß,
auf der Heilbringerin Hand
und der Helferin Spur,
auf Glas und auf Gold
und auf gutes Kleinod,
in den Wein und ins Bier
und auf gewohnten Sitz,
auf Gungnirs Spitze
und auf Granis Brust,
auf der Norne Nagel
und der Nachteule Schnabel.

E. Runengebrauch

1
Siegrunen lerne,
willst du Sieg haben!
Auf den Schwertknauf schneide sie,
auf die Blutrinne
und des Rücken breite
und ruf zweimal Tyr!

2
Älrunen lerne,
soll eines andern Weib
nicht trügen dein Vertrauen!
Aufs Horn soll man sie ritzen
und auf den Handrücken
und ziehn auf dem Nagel „Not“.

3
Den Becher soll man segnen
und vor Bösem sich schirmen,
werfen Lauch in den Labetrank;
dann bin ich gewiss,
dass Böses dir nicht
gemischt wird in den Met.

4
Gebärrunen brauche,
willst zur Geburst du helfen,
lösen das Kind von der Kreissenden!
Auf die Hand soll man sie graben
und um die Glieder sie spannen,
bei den Disen Gedeihn erflehn.

5
Brandungsrunen brauche,
wenn du bergen willst
auf der Fahrt das Flutenross!
Man brennt sie auf den Steven
und auf des Sters Blatt
und ritzt auf die Ruder sie.
Nicht ist so schwer die Brandung
noch so schwarz die Woge:
zum Hafen kommst du heil.

6
Astrunen lerne,
wenn ein Arzt du sein
und Krankheit erkennen willst!
Man ritzt sie auf die Borke
und des Baumes Gezweig,
der ostwärts die Äste streckt.

7
Rederunen lerne,
soll keine Recke ein Leid
grimmig vergelten dir!

8
Denkrunen lerne,
soll der Degen keiner
deinen Verstand bestehn!

9
Das sind Buchenrunen,
das sind Gebärrunen
und alle Älrunen
und köstliche Kraftrunen
dem, der sie unversehrt
und unverstört
sich zum Heil behält.
Nütz es, vernahmst du’s,
bis die Götter vergehn!

G. Runenweissagung

Weißt du zu ritzen?
Weißt du zu raten?
Weißt du zu färben?
Weißt du zu fragen?
Weißt du zu wünschen?
Weißt du zu weihen?
Weißt du zu schicken?
Weißt du zu schlachten?

Quelle: http://www.lokis-mythologie.de

 

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Der Runenmeister

Das Wissen von den übersinnlichen Kräften des Menschen ist uralt. Unsere Vorfahren verstanden unter Magie nicht bloss Handlungen wie Götterzwang, Dämonen-Zitierung, Geister-Beschwörung u.ä., sondern auch alle anderen Formen wie Magnetismus, Geistheilung, Hellsehen, Telepathie, Psychokinese usw. Für sie war ein Mensch, der das Ineinandergreifen des Sichtbaren und des Unsichtbaren begreift, die Wirkung symbolischer und magischer Mittel kennt und seine übersinnlichen Fähigkeiten gezielt einsetzen kann: ein Runenmeister.

Für unsere Vorfahren stammt die Runen-Magie von den Göttern des Lichts ab und ist deshalb eine Art Gottesdienst (Theurgie). Aber nur Eingeweihte können die Gaben nutzen. Darum ist die Theurgie ein Geheimnis (Mysterium). Der Eingeweihte ist ein Myste und der in alle Geheimnisse Eingeweihte ist der Thul (12. und letzte Einweihungsstufe der Runenmeister).

Die höchste Kunst der Runen-Magie ist die Evokation, d.h. die Götter- und Dämonen-Zitierung (das Wort Dämon stammt aus dem Altgriechischen und heisst wortlich übersetzt: gottgleich). Ehe ein Schüler in diesen hohen Grad eingeweiht wird (ab 7. Einweihungsstufe), muß der Runenmeister seinen Schüler gründlich prüfen, ob er würdig ist und die notwendige charakterliche Qualifikation besitzt. Die hohe Runen-Magie muß in jedem Falle geheimgehalten werden. Deshalb schwört jeder Schüler vor der Einweihung in die 4. Einweihungsstufe den feierlichen Eid der Verschwiegenheit.

Um die Geheimnisse der Runen-Magie zu wahren, werden magische Handlungen nur ohne unberufene Menschen vorgenommen. Die magischen Formeln werden (in der barbarischen Ursprache) geflüstert oder gesungen. Zur persönlichen Absicherung benutzt der Runenmeister für sich selbst Decknamen und gibt allen magischen Hilfsmitteln Tarnnamen. Ein weiteres Geheimnis birgt das Wissen über die Wirksamkeit magischer Namen und Formeln, die richtig ausgesprochen, betont und rhythmisch gegliedert werden müssen.

Die Macht eines Runenmeisters im irdischen Bereich ist erheblich. Er kann Krankheiten heilen, Körperkräfte stärken oder schwächen, Unrecht verhindern, Liebe entfachen oder zum Erlöschen bringen, Wasser in Wein verwandeln, Streitsüchtigen den Verstand verwirren. Er kann eine Wohnung vor bösen Einflüssen schützen, Störungen und Angriffe aus dem Unsichtbaren hinwegfegen, von Dämonen Besessene von ihrer Last befreien u.a.m.

Beim Lesen des Obenstehenden werden in dir bestimmt einige Fragen aufkommen, z.B. Können auch Frauen Runenmeister werden? Wie läuft die Ausbildung bzw. Einweihung ab?….

Ja, selbstverständlich können auch Frauen Runenmeister werden. Wenn du den Runenmeister-Weg anstrebst, versuche alles das, was du in diesem Buch=(***) vermittelt bekommst, in praktisches Handeln umzusetzen. Besorge dir Bücher von den Autoren, die ich dir empfohlen habe. Lerne aus diesen Büchern und übe, experimentiere. Denn die Einweihungsstufe eines Schülers oder Runenmeisters ist nicht etwa nur eine formale Angelegenheit, sondern sie gibt Auskunft über das WISSEN und KÖNNEN des Betreffenden.

Wenn du alles, was du diesem Buch=(***) entnehmen kannst, in Wissen und Können umgesetzt hast, entsprichst du dem Niveau eines Schülers der 2. Einweihungsstufe. Auf Grund dieser Tatsache umgibt dich ein unsichtbares Kraftfeld, das ausstrahlt und einen Runenmeister veranlasst, dich anzusprechen. Dann hast du deinen Lehrer! = Das kann dein Zahnarzt sein, der Postbote, die Verkäuferin im Supermarkt… du wirst es sehen. Dieser Lehrer wird dich in die 4. Einweihungsstufe führen und dir als Zweitnamen einen Namen der Weissen Bruderschaft verleihen. Dann hättest du die 1. Etappe erreicht. Doch bis zum Runenmeister ist es dann noch ein langer Weg, der viel Wissen und Können von dir erfordert. Die erste (und unterste) Runenmeister-Stufe hast du mit der 7. Einweihung erreicht; du wirst ein JARL. Was mußt du als Jarl wissen und können? Du mußt

1. die barbarische Sprache zumindest gut verstehen..

2. alle wichtigen Hilfsmittel selbst hergestellt haben und die unteren Invokations-Rituale beherrschen.

3. die Treppe des Todes gegangen sein und deinen eigenen Tod und deine Wiedergeburt erlebt haben.

4. Wasser in Wein verwandeln können.

5. über glühende Kohlen laufen, ohne Schaden zu erleiden.

6. eine ganze Winternacht im Schnee verbringen, nur mit dem Mantel Wodans bekleidet (nackt).

7. die unteren Trance-Techniken beherrschen.

8. die Runen-Praktiken der mittleren Stufe können.

9. die Namen, Mythen und Möglichkeiten der Götter und Dämonen kennen.

10. dazu in der Lage sein, eine Erkältung o.ä. innerhalb von drei Stunden zu beseitigen (bei dir selbst oder bei anderen Menschen).

Das wären (als Beispiel) nur die wichtigsten Dinge des Wissens und Könnens, die bei einem Jarl vorausgesetzt werden. Sage bitte nicht: Das ist unmöglich! Denn du weisst nicht, was ein Mensch alles vermag. Um scheinbar Unmögliches in Taten umzusetzen, gehört ein fester Wille und der unerschütterliche Glaube an die eigene Kraft. Nicht umsonst ist der Grundstock jeder Rune: die Ich-Rune! Das mag alles etwas mysteriös klingen, ist es aber nicht.

Die Runenmeister sind grundsätzlich „Einzelgänger“, das entstammt der überlieferten Tradition und hat sich auch in der Praxis bewährt. Sie gehören keiner „Loge“ oder keinem „Orden“ an. Doch jeder Runenmeister hat einen „Paten“ und er selbst ist wiederum Pate von anderen Runenmeistern und Schülern. Ein Pate ist Ratgeber, Helfer, Förderer und Beichtvater, der von ihm Betreuten. Das geistige Band, das alle Esoteriker der atlantischen Restvölker verbindet, ist die Weisse Bruderschaft. Sie findest du in fast allen grösseren Orten Europas, in Lybien, in Ägypten, in Indien, in Japan, in Argentinien, in Chile….

Innerhalb dieser Gemeinschaft sind alle Dinge TABU, die die Menschen im Alltagsleben trennen – wie: arm oder reich, Arbeiter oder Akademiker, Religion, Geschlecht, Aussehen, Politik usw.; in der Bruderschaft wird jeder Mensch nur nach drei Kriterien beurteilt: Charakter, Wissen und Können. Nun Charakter ist eine gefestigte Einstellung und Haltung gegenüber sich selbst und der Umwelt (denke z.B. an die Redensart: Ein Mann, ein Wort!). Wissen kann man erwerben (Denn: Es ist keine Schande nichts zu wissen, aber es ist eine Schande nichts lernen zu wollen!). Ebenso kann sich jeder Können aneignen (durch ausdauerndes Üben und Experimentieren).

(***) = gemeint ist das Buch ‚Die geheimen Lehren der Runen-Magie‘ von Martin Window

DOWNLOAD „Die geheimen Lehren der Runen-Magie“ von M.Window

Was sind Runen?

Um es ganz einfach zu sagen, Runen sind die Schriftzeichen der Germanen, vor allem der heidnischen Germanen, und die ältesten Runeninschriften stammen aus dem 2. Jhd. n.Chr. Damit sind sie die ältesten direkten Zeugnisse in germanischer Sprache. Das nhd. Wort „Rune“ lässt sich etymologisch aus den alten germanischen Dialekten nachweisen, z.B. got. Und ahd. runa , mhd. rûne und bedeutet: Geheimnis, Mysterium. Diese Wortbedeutung ist auch heute noch in Worten wie Geraune oder dem Verb raunen enthalten, auch wenn es nicht mehr allzu gebräuchlich ist.

1.1 Herleitung und Ursprung

Runen sind schon früh als Alphabet mit 24 Zeichen ohne große Übergangsstufen überliefert, was es sehr schwer macht, den eigentlichen Ursprung der Runen zu bestimmen. Auch heute noch ist die Herkunft des Runenalphabets unklar. Es gibt dazu jedoch im Wesentlichen drei Theorien, die in der Forschung diskutiert werden. In der ersten, alten Theorie wurde das Runenalphabet aus der griechischen Schrift abgeleitet. Nach dieser sollen die Goten im Schwarzmeergebiet die Runen erfunden haben. Vorbild soll hier entweder im 2./3. Jhd. n. Chr. eine ostgriechische Minuskelschrift oder ein archaisches griechisches Alphabet des 6.Jhd. v. Chr. gewesen sein. Da die Germanen jedoch erst Kontakt zur griechischen Schrift hatten, als das Runenalphabet bereits voll entwickelt war, wird diese Theorie heute allgemein als überholt angesehen. Die ältesten skandinavischen Runendenkmäler sind nach archäologischer Datierung bereits entstanden, bevor die Goten in Kontakt mit dem römischen Weltreich kamen. Auch aus sprachhistorischen (linguistischen) Gründen scheidet diese Auffassung aus: die älteste Runenreihe reflektiert eindeutig nordgermanische bzw. noch gemeingermanische und keine bereits ausdifferenzierten ostgermanische Lautverhältnisse.

Nach MOLTKE, dem Hauptvertreter der lateinischen These, soll sich die Runenschrift durch Kontakte der dänischen Oberschicht mit der römischen Kultur in Südskandinavien (dem heutigen Dänemark) entwickelt haben. Für eine Ableitung aus der lateinischen Schrift sprechen einige übereinstimmenden Buchstabenformen, vor allem die Runen für f, r, b, m. . Darüber hinaus waren die Kenntnisse der lateinischen Schrift äußerst wahrscheinlich, denn sie galt als Verwaltungsschrift im gesamten römische Weltreich. In Südskandinavien wurden auch die ältesten Runenfunde entdeckt, was dafür spricht, dass es der Entstehungsort war. Jedoch können nur einige Buchstabenformen erklärt werden, die große Ähnlichkeit mit italisch-etruskischen Sprachen lässt sich dadurch nicht erklären.

Das wird in der italisch-etruskischen Theorie versucht, die auf den norwegischen Gelehrten C. J. S. MAASTRANDER zurückgeht. Sie wurde später jedoch von HALLERSTRÖM und KRAUSE etwas modifiziert. Nach dieser in ihrer heute diskutierten Fassung bildeten sich nach der Übernahme der westgriechischen Schrift in Italien verschiedenen lokale Varianten heraus. Die altrömische Schrift setzt sich durch, doch variierende altitalische Alphabete erstrecken sich über Etrurien und die Poebene bis in die Alpen. Die Schriftzeichen der Alpen weisen schließlich große Ähnlichkeit mit den Runen auf. Dort wurden sie von in den Alpenraum eindringenden Germanen übernommen. Diese These kann durch eine beeindruckende Zahl an Buchstabenübereinstimmungen bekräftigt werden, z.B. ähnliche Buchstaben bei f, r, h, i, s, t, b, m, o. Andere Buchstaben sind nur seitenverkehrt oder auf dem Kopf stehend wiedergegeben wie u oder e . Somit findet die Herleitung der Runen in dieser Theorie ihre beste formale Entsprechung. Problematisch an dieser Theorie ist jedoch, dass die ältesten Runenfunde in Südskandinavien gefunden wurden, im Alpenraum können diese erst im 5. Jahrhundert n. Chr. nachgewiesen werden und sind dort viel spärlicher verbreitet. Auch mit dem Hinweis auf vergänglicheres Runeninschriftmaterial wie Holz und Knochen kann diese Problematik nicht gelöst werden.

1.2 Vorkommen und Verbreitung

Heutzutage sind ca. 5000 Inschriften bekannt, jedoch kommen stetig Neufunde hinzu. Davon stammen 50% aus Schweden (Norwegen und Dänemark etwas seltener) und einige Dutzend aus Island, England, Deutschland, den Kanal-Inseln, Grönland, aber auch aus Russland und Gebieten am Schwarzen Meer, wo sie durch die Wikinger verbreitet wurden.

Der älteste Fund stammt aus Dänemark, der Kamm von Vimose, der auf ca. 170-180 n. Chr. geschätzt wird. In Mitteleuropa werden Funde vom 5. bis ins 8. Jhd. datiert, in Skandinavien bis ins 11. Jhd., in einigen Gebieten sogar bis ins 19. Jhd. Inschriftenträger sind Steine, Gebrauchsgegenstände aus Holz, Ton und Knochen (z.B. Fibeln), aber auch Waffen wie z.B. Speerblätter. Auch viele Brakteaten, einseitig mit einem Stempel geprägte runde Metallbleche, wurden mit Runeninschriften gefunden. Ein besonders berühmter Fall sind die Goldhörner von Gallehus, die allerdings 1805 in einem spektakulären Raub gestohlen und dann eingeschmolzen wurden.

Die Inschriften sind vielfältig und zu verschiedensten Zwecken verfasst. Sie reichen von einem einzelnem Wort (oft ein Name) bis hin zu umfangreichen Mitteilungen. Runen haben sich jedoch niemals als Gebrauchsschrift etabliert, z.B. für Verwaltung oder Handel, und die Kunst des Runenritzens war nur wenigen vertraut, unter denen besonders die Runenmagiker oder Runenmeister hervorstechen ( erilaR ). Diese können auf vielen Denkmälern nachgewiesen werden, da die Inschriften mit einer Selbstbezeichnung beginnen, ek erilaR (Ich, der Runenmeister), und als Runenmeisterformel bezeichnet werden. Auf den Inschriften finden sich auch viele Namen, die nicht unbedingt auf einen Runenmeister verweisen, sondern einfach auf den jeweiligen Hersteller, Besitzer oder Schenker des Gegenstandes bezogen sein können. Ein Beispiel dafür ist die Inschrift auf dem Gallehus- Horn:

„ek hlewagastiR holtijaR horna tawido“ ; in der Übersetzung lautet sie etwa:“

„Ich, Hlewagastiz (etwa „Gast an einem beschützten Ort“), Sohn des Holt, machte das Horn.“

Eine Anzahl magischer Wortformeln wurden auf eigenen Fundstücken nachgewiesen. Besonders häufig kommt die magische Formel alu , die nur aus Inschriften bekannt ist, vor. Da sie nur auf Steinen vorkommt, die mit Gräbern in Verbindung stehen, liegt eine Deutung als Bann-Zauber oder Abwehr-Zauber (gegen Grabfrevler) nahe. Ein magische Runenformel findet sich zum Beispiel auf dem Stein von Noleby :

Runo fahi raginakundo. …suhurah susih hwatin ha[u]kuto

Übersetzung (dt.): „Runen schreibe ich, von den Göttern stammende. … Das Surren (=die Beschwörung), das Sausen (=der Trauergesang) möge ”haukuto” antreiben.“

2. Das Runenalphabet

F

F ehu = das Vieh, also der bewegliche Besitz

U

U ruz = Ur/Auerochse

D

Th urisaz = eine Art Riese aus der Mythologie(unheimliche, schadenbringende Kraft)

A

A nsuz = der Ase, die positiven Göttergestalten

R

R aido = der Wagen, kommt von reiten

K

K aunan = das Geschwür

G

Gebo = die Gabe

W

Wunjo = die Weide, entspricht auch der Bedeutung Wonne

H

Haglaz = der Hagel

N

Naudiz = die Not

I

Isaz = das Eis

J

Jeran = das (gute) Jahr

I

Iwaz = die Eibe

P

Pertho = unbekannt

Z

Algiz = der Elch (hier zählt ausnahmsweise der auslautende Buchstabe, weil es kein stimmhaftes s als Anfangsbuchstabe gab; dies entstand erst durch das Vernersche Gesetz)

S

Sowilo = die Sonne

T

Teiwaz = der Himmelsgott

B

Berkanan = die Birke

E

Ehwaz = das Pferd

M

Mannaz = der Mensch

L

Laukaz = der Lauch als Fruchtbarkeitssymbol, später auch Wasser

NG

Ingwaz = Gott des fruchtbaren Jahres

T

Dagaz = der Tag

O

Othala = der Erbbesitz(Adel)–> immobiler Besitz im Gegensatz zu Anfangs fehu beweglicher Besitz

2.1 Das ältere Futhark

Es gliedert sich in 24 Zeichen, die in drei Gruppen zu je acht Zeichen zusammengefasst werden. Die Reihenfolge weicht stark vom lateinischen Alphabet ab, deshalb ist auch die Bezeichnung Runenfolge zutreffender. Der Name „Futhark“ stammt von den ersten 6 Buchstaben. Auffallend ist vor allem, dass alle Runen einen Namen haben. Der Name beginnt immer mit ihrem Lautwert (ähnlich wie das phönizische Alphabet entstanden ist). Wegen der Wortbedeutung kann eine Rune auch für ein ganzes Wort stehen.

2.2 Schreibung

Zunächst gilt: Es gibt keine festgelegte Konvention, und mehrere Varianten sind möglich. Die Schreibrichtung ist nicht festgelegt, geht allerdings meistens von links nach rechts (auch umgekehrt, abwechselnd in beide Richtungen und auch senkrecht).Worttrennungen gibt es bei älteren Texten gar nicht und wird auch später nur selten und nicht konsequent angewandt. Auffällig ist, dass fast alle Runen einen senkrechten Strich haben, der STAB genannt wird. Deshalb sind sogenannte Binderunen (Verbindung zweier Buchstaben zu einem Zeichen) leicht möglich, doch müssen dafür einige Zeichen als Sturzrune (= auf dem Kopf stehend) oder Wenderune (= seitenverkehrt)geschrieben werden. Auch Kombinationen von drei oder mehr Buchstaben sind möglich, und die Ligaturen können die Wortgrenze überschreiten. Nicht zuletzt deshalb ist es sehr schwer, eine einhellige Deutung von Inschriften zu ermitteln, und meistens gibt es mehrere Übersetzungsvarianten.

2.3 Weitere Runenreihen

Außer dem älteren Futhark bildeten sich in der Wikingerzeit (ab dem 7. Jhd. n.Chr.) durch Abspaltungen die angelsächsischen Runen und das jüngere Futhark in Schweden. Während die angelsächsischen Runenreihen vermutlich wegen der größeren Lautvielfalt die 24 Zeichen durch 9 weitere erweitert, werden sie im jüngeren Futhark auf 16 Zeichen reduziert, wodurch die Lautzuordnung unklar wird.

z.B.

A

für a und ä

I

für i, e und j

2.4 Verschlüsselung und Geheimschriften

Vor allem in den Inschriften des älteren Futhark kommen Verschlüsselungen vor. Dazu zählen zum Beispiel die Auslassung aller Vokale, aber auch Verstellungen (zB. lua für alu ) oder auch Verkürzungen.

Im jüngeren Futhark werden auch Verschieberunen eingesetzt, d.h. Die gemeinte Rune wird durch das in der jeweiligen Runenreihe folgende oder vorausgehende Zeichen ersetzt.

In den Geheimrunen wird immer das jüngere Futhark verwendet, das ebenfalls wie das ältere in drei Geschlechtern zu einmal 6 und zweimal 5 Runen zusammengefasst wird. Dadurch lässt sich jede Rune durch Geschlecht(œtt) und Stelle innerhalb dessen bestimmen. Das sieht dann folgendermaßen aus:

œtt Stelle

1. t b m l R

2. h n i a s

3. f u þ a r k

Diese Angaben von Geschlecht und Stelle können dann entweder epigraphisch durch Runen oder durch verschiedenartige, z.T. runenartige Zeichen dargestellt werden.

Ein Beispiel dafür sind Zweigrunen, bei denen durch Verästelungen an einem STAB links davon das Geschlecht und rechts davon die Stelle angegeben werden.

Besonders viele Geheimrunen findet man auf dem Stein von Rök.

3. Runen im Nationalsozialismus

Im Dritten Reich wurden einige Runen vom Nationalsozialismus verwendet, z.B. SS (ist verboten). Auch heute finden sie deshalb Verwendung in der „Rechtsradikalen Szene“. Ein Beispiel ist der Gebrauch der Wolfsangelrune, die im Emblem der SS verwendet wurde, auf Thor-Steinar-Artikeln, einem Kleidungshersteller. Eine weitere verbotene Rune ist die othala-Rune, da sie im Dritten Reich Symbol der Hitlerjugend war.

Doch nicht nur als Symbol wurden Runen ideologisch verwendet. Denn nicht nur einzelne Runen wurden genutzt, sondern neue Runenreihen wurden entwickelt, die in einen Überbau eingebettet waren. Dazu gehört der Armanenorden, der im 19. Jhd. von Guido List gegründet wurde, nach dem Ende des Dritten Reiches verboten wurde und 1976 von dem Ehepaar Schleipfer in neuer Form wiedergegründet wurde. Guido List (1848-1919) hatte, angeblich inspiriert von Visionen, ein neues Futhark erfunden, welches sich nur lose auf das jüngere Futhark stützt. Diese Runenreihe wird auch heute noch im Armanenorden verwendet und deshalb als Armanen-Futhark bezeichnet. In diesem werden stark nationalistisches und rassistisches Gedankengut verbreitet. Er versteht sich als Dachverband für alle „Ariogermanen“, was sich schon am Anfang der Satzung offenbart :

„Angehöriger des Armanenordens (AO) ist jeder Ariogermane, der nach seiner Veranlagung die Voraussetzung zu armanischem Denken, Fühlen und Handeln zeigt. Die Zugehörigkeit zum AO wird daher nur durch artgerechte Geburt in der Volksgemeinschaft erworben…“

Die Armanen werden als geistige Führer der Germanen verstanden und gehen auf den berühmten Feldherrn Arminius zurück (Schlacht im Teutoburger Wald). Dazu gehören auch Vorstellungen wie die laufende Reinkarnation der Menschen. Da jede Seele, laut Armanenorden, eine eindeutige völkische Identität hat, findet sie sich im gemischtrassigen Körper nicht mehr zurecht. Dazu heißt es wieder beim Armanenorden:

„Das (der Schutz der eigenen Art) ist sehr notwendig, denn die Natur hat die Sonnenvölker auch dadurch benachteiligt, daß die Sonneneigenschaften der Erbmasse sehr empfindlich sind. Kommt mehrfach Mondblut dazu, erlahmt die Schaffenskraft, die Schöpfungskraft. Die Nachkommen der ersten Mischungsverbindung werden oft spitzfindig und rechthaberisch, unzufrieden und „un-artig“, in den folgenden faul und unfähig sich selbst und andere zu erhalten.“

Der Armanenoden versucht Einfluss zu nehmen auf andere esoterische Organisationen des Neuheidentums, die sich der germanischen Tradition verpflichtet fühlen. Nahestehende Gruppen sind beispielsweise die Artgemeinschaft und der Bund der Goden e.V.

4. Runenmagie

Wie schon bei den Inschriften erwähnt, konnten Runen auch als magische Formeln oder religiöse Symbole verwendet werden. Da auch heute noch die Bedeutung vieler Inschriften nicht eindeutig bestimmt werden kann und auch die Entstehung der Runen im Dunkeln liegt, haben Runen eine große Anziehungskraft auf dem esoterischen Markt. Gestützt wird diese durch die Edda, in der im Havamal (Lied des Hohen, 1222 von Snorrli Storluson) der Entstehungsmythos der Runen, die Odin selbst erhalten haben soll, beschrieben ist. In diesem werden auch die Wortbedeutungen der Runen näher bestimmt und gedeutet, was heute noch als Vorlage zum Umgang mit Runen benutzt wird. Ein kleiner Ausschnitt:

Veit ek, at ek hekk vindgameiði

á nætr allar níu,

geiri undaðr ok gefinn Óðni,

sjalfur sjalfum mér,

á þeim meiði er manngi veit

hvers af rótum renn.

Við hleifi mik sældu né við hornigi,

nýsta ek niðr,

nam ek upp rúnar, æpandi nam,

fell ek aftr þaðan.

Ich weiß, dass ich hing am windigen Baum,

Neun lange Nächte,

Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht,

Mir selber ich selbst,

Am Ast des Baums, dem man nicht ansehn kann,

Aus welcher Wurzel er spross.

Sie boten mir nicht Brot noch Met;

Da neigt ich mich nieder

Auf Runen sinnend, lernte sie seufzend:

Endlich fiel ich zur Erde.

( Simrock-Übersetzung )

Daraus speist sich heute wohl der bekannteste Umgang mit Runen, das Runenorakel. Bei diesem werden Runen mit ihren Bedeutungen für Lebensfragen zu Rate gezogen. Die Bedeutung der Runen lehnt sich eben an das Havamal an.

In der heutigen praktizierten Runenmagie gilt, dass jede Rune Buchstabe, Zahl, Zeichen, Symbol, Idee, und Macht zugleich ist. Das eröffnet natürlich viele Möglichkeiten, Runen esoterisch auszuschlachten und für magische Zwecke zu instrumentalisieren. Ein kleine Auswahl der gängigen Verwendungen:

Bannrituale

Das Eihwaz-Reinigungsritual

Knotenritua

Das astrale Simulacrum

Auch Magie in Trancezustand(Seidhrmagie) zB. Divination, Seelenreisen, Gestaltwandlung oder Verfluchen kann man angeblich mit Runen bewerkstelligen. Besonders beliebt und bekannt ist der Nidstang-Fluch, der wohl tatsächlich schon bei den Germanen angewandt wurde. Dabei versucht man mithilfe eines Pferdekopfes, der auf einer Stange aufgespießt ist (heute nur noch symbolisch aus Holz oder gemalt) und vor dem Haus aufgestellt war, Feinde und Böses vom Haus abzuhalten. In unserer heutigen Zeit findet man diese Nidstang häufig im Internet, mit einem Fluch behaftet, meistens sollen sie dazu dienen, die neuheidnischen, esoterischen Webseiten vor Missbrauch durch Rechtsradikale zu bewahren. Eine weitere Anwendung der Seidhrmagie ist die Herstellung eines magischen Klons, der ein magischer Doppelgänger des Runenmeisters sein soll.

Die Herstellung des magischen Klons soll spaßeshalber hier erklärt werden:

•  Zunächst muss man eine Puppe anfertigen, die den Meister repräsentieren soll. Dauerhaftes Material ist wichtig (Ton). An der Puppe muss klar zu sehen sein, dass sie das gleiche Geschlecht wie der Hersteller hat –> Brüste und Geschlechtsteile betonen! Dann müssen noch körpereigene Teile des Magiers auf der Puppe angebracht werden, z.B. Finger- und Fußnägel und Haare der entsprechenden Körperteile.

•  Anschließend wird die Puppe langsam mit Blut, Speichel und Sexualflüssigkeit eingerieben. Während das gemacht wird, wird der Fehu-Gesang wiederholt gesungen.

•  Zum Schluss wird die Puppe vergraben, am besten in der Erde, und dann zur Aktivierung wieder rausgeholt. (Gardenstone, S.249/250)

Auch die schon beschriebenen Binderunen können anscheinend für viele verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Dabei geht es darum, einfach Runen nebeneinander zu schreiben (jede Rune nur einmal) und dann zu stilisieren, je nach ästhetischem Empfinden. Diese Binderunen soll man dann bei sich tragen und somit eine Verbesserung im Liebesleben, in Geldfragen oder sonstigen Wünschen herbeiführen können.

Zum Beispiel sollen „Thurisaz“, „Ansuz“ und „Wunjo“ zusammen für Frauen den Gewinn einer festen Partnerschaft aus Liebe bewirken, oder „Thurisaz“, „Ehwaz“ und „Ingwaz“ für Männer größere Beachtung von Frauen erreichen. Natürlich sind, da die Runen wie eingangs erwähnt auch Zahlen darstellen, auch Spielereien mit Namenszahlen möglich, die dann irgendeiner Rune entsprechen und Eigenschaften beschreiben.

Doch selbst für meditative Körperübungen sollen sich Runen wunderbar eignen. Das ist unter dem Namen Runengymnastik oder Runenstellen bekannt und kann jeweils für jede einzelne Rune vollzogen werden. Während man die Rune mit dem Körper und den Händen nachbildet, intoniert man einen sogenannten Runengesang. Hier ein Beispiel für die fehu-Rune:

f

Runengesang

f f f f f f f

faa faa faa faa faa faa – ffffa ffffa ffffa ffffa

fee fee fee fee fee fee – ffffe ffffe ffffe ffffe

feu feu feu feu feu feu – fffeu fffeu fffeu fffeu

feeehuuu – ffffeeeehuuuu (oder fffaaiihuuu)

Diese Veranschaulichung kann beliebig weitergeführt werden, inwiefern das nun glaubhaft ist oder nicht, muss jeder selbst entscheiden, wissenschaftlich haltbar ist es natürlich nicht. Interessant ist auf jeden Fall das kommerzielle Potential, das sich in solchen Angeboten verbirgt und worauf man beim Googeln gleich stößt.

Wer sich nun für den Weg eines Runenmeisters interessiert, kann nur darauf verwiesen werden, dass Vorbedingungen, wie beispielsweise überdurchschnittliche Beherrschung von Fähigkeiten wie Konzentration, bewusstes Entspannen, gute Selbsterkenntnis, Willensstärke, Fähigkeit zu meditieren, visualisieren, imaginieren, Selbstdisziplin und Wissen in Bezug auf Divination unbedingt von Nöten zu sein scheinen. Also erst mal kräftig üben!!

Und da Studenten bekanntlich immer unter Geldmangel leiden, zum Abschluss noch eine magische Runenformel, die zu plötzlichem Reichtum führen soll! Eine echte Alternative zum obligatorischen Nebenjob!

T f o

Literatur

DÜWEL, KLAUS: Runenkunde. Stuttgart, 1983 2

FLOWERS, STEPHEN E.: Runes and Magic. New York, 1986

GARDENSTONE: Germanische Magie. Engerda, 2001

GRØNVIK,OTTAR: Über die Bildung des älteren und des jüngeren Runenalphabetes.

In: Osloer Beiträge zur Germanistik 29, Frankfurt am Main, 2001

Internet

Goldhörner von Gallehus: http://de.wikipedia.org/wiki/Goldh%C3%Brner_von_Gallehus

Stein von Rök: http://de.Wikipedia.org/wiki/Runenstein_von_R%C3%B6k

Runengymnastik: http://www.kondor.de_newrunes/fehu.html

nordlicht

2 Kommentare zu “Runenkunde

  1. Das Wort Runen ist eine Abkürzung. Nie haben die Germanen dieses primitives Zeug verwendet.
    Die Intelligenz der Germanen reichte völlig aus mit einzelnen Buchstaben (Schrift, bzw. Tönen) sich Auszudrücken. Die gesamte Rede (Wörtern) sind Abkürzungen. Selbst Das Wort Abkürzung ist es auch. A-B-Alphabet. Kür -Kur, Zung – Zunge. Man Kuriert,bzw. spart die Zunge mit einzelnen A-B -Alphabet Buch Stab „N“ Höre N! Sehe N! Verstehe N! Mache N! N – ibel un g N!
    Nibelungen Volker Dichter……Sind Nicht Alle Wir Vernichtet!

    Gefällt 1 Person

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